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Game Over

Wohlstand für wenige, Demokratie für niemand, Nationalismus für alle – und dann?

By Hans-Peter Martin
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Game Over by Hans-Peter Martin
Synopsis

Ist das Spiel von Wohlstand, Demokratie und Zivilgesellschaft bald zu Ende? Dunkle Vorboten gibt es jedenfalls genug: Rechter Populismus feiert weltweit Siege, die soziale Ungleichheit wächst und der Finanzkapitalismus scheint ungebremst in die nächste Krise hineinzurasen. Am Ende steht eine Welt, in der wir nicht leben wollen. Weshalb wir deshalb die Notbremse ziehen müssen, erklärt Hans-Peter Martin in Game Over (2018).

Key idea 1 of 9

Die Ungerechtigkeit wächst und die Demokratie leidet.

Es wird alles immer schlimmer. Die Reichen werden reicher und die Armen ärmer. Das hört sich erstmal furchtbar abgedroschen und viel zu simpel an. Doch leider fehlt es dem Autor nicht an Belegen, um diese düstere Prognose zu unterfüttern.

Was sich zu Beginn der 2010er-Jahre bereits beobachten ließ, wird sich künftig leider fortsetzen: Die soziale Ungleichheit wird zunehmen und die Gesellschaft weiter spalten. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Finanzkapitalismus. In seinem System ist es angelegt, dass sich Blasen bilden, die in einem Crash enden. Bis zur nächsten Finanzkrise ist es also nur noch eine Frage der Zeit.

Hinzu kommt, dass das Wirtschaftswachstum insgesamt abnehmen wird – gerade weil die Reichen reicher werden. Denn durchschnittlich legt das reichste Prozent der Bevölkerung 40% seines Vermögens zur Seite und entzieht es so dem Wirtschaftskreislauf.

Auf das andere Ende des Einkommensspektrums, die ärmeren Teile der Weltbevölkerung, wird sich der Klimawandel verheerend auswirken. Ärmere Regionen und Länder werden nämlich ungleich härter getroffen und so Millionen Klimaflüchtlinge hervorbringen. Eine Schätzung der Weltbank im Jahr 2017 geht von 140 Millionen Klimaflüchtlingen bis 2050 aus.

Als wäre das noch nicht genug, könnte der technische Fortschritt in Künstlicher Intelligenz und Robotik dafür sorgen, dass bis zum Jahr 2040 sehr viele Menschen arbeitslos werden – in Deutschland möglicherweise bis zu 20 Millionen.

Dass die wirtschaftliche Situation die Menschen unzufrieden macht, hat politisch natürlich Konsequenzen und setzt die Demokratie weltweit unter Druck. Nationalisten und Populisten bieten mit ihren einfachen Antworten ein Ventil für die Wut. Umfragen zeigen, dass sich immer mehr Bürger einen „starken Führer“ wünschen, der die Sache in die Hand nimmt. Die Medien fungieren bei diesem Trend als Brandbeschleuniger: ein gewalttätiger Geflüchteter bringt eben mehr Klicks als der gesichtslose, superreiche Steuerflüchtling oder gar „das System“.

Ein weiterer problematischer Baustein ist das Dilemma zwischen Sicherheit und Überwachung. Die von Politik und Medien größtenteils konstruierte Angst vor Terroranschlägen liefert die Rechtfertigung, um immer mehr Daten zu erheben und persönliche Freiheiten einzuschränken. Viele Bürger reagieren darauf mit vorauseilendem Gehorsam – hier deutet sich der Übergang von Demokratie zu Überwachungsstaat an. Wohin das führen kann, ist in China zu sehen, wo schon heute ein Sozialpunkte-System getestet wird, das z.B. dazu führt, dass Menschen, die betrunken Auto gefahren sind, sich kein Flugticket mehr kaufen können.

Da viele reiche Menschen ahnen, dass wir uns auf einen gesellschaftlichen Kollaps zubewegen, suchen sie sich bereits Fluchtorte – seien es private Karibikinseln, Chalets hoch in den Alpen oder entlegene Bauernhöfe in Neuseeland. Solche Vorbereitungen auf den großen Aufstand sind unter Superreichen ein beliebtes Gesprächsthema.

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