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Feuer der Freiheit

Die Rettung der Philosophie in finsteren Zeiten (1933–1943)

By Wolfram Eilenberger
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Feuer der Freiheit by Wolfram Eilenberger

In der Zeit zwischen 1933 und 1943 versank die Welt im Chaos. Auch das Leben vier brillanter Frauen – Simone Weil, Hannah Arendt, Simone de Beauvoir und Ayn Rand – wurde aus der Bahn geworfen. Unter widrigen Umständen wandten sie sich der Philosophie zu – um zu verstehen, was geschah, und um im Namen der Opfer das Feuer der Freiheit (2020) hochzuhalten. In unseren Blinks zum Buch von Wolfram Eilenberger erlebst du philosophische Erkenntnis als ein Abenteuer, das untrennbar mit dem Leben verwoben ist.

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Wolfram Eilenberger, Jahrgang 1972, war lange Chefredakteur des Philosophie Magazins und Moderator der Sendung Sternstunde Philosophie im Schweizer Fernsehen. Auch in Talkshows und beim internationalen Philosophiefestival Phil.Cologne setzt er sich für eine zugängliche Vermittlung von Philosophie ein. Sein Buch Zeit der Zauberer (2018) stand mehr als sieben Monate auf der Bestsellerliste und war ein weltweiter Erfolg.

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Feuer der Freiheit

Die Rettung der Philosophie in finsteren Zeiten (1933–1943)

By Wolfram Eilenberger
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Feuer der Freiheit by Wolfram Eilenberger
Synopsis

In der Zeit zwischen 1933 und 1943 versank die Welt im Chaos. Auch das Leben vier brillanter Frauen – Simone Weil, Hannah Arendt, Simone de Beauvoir und Ayn Rand – wurde aus der Bahn geworfen. Unter widrigen Umständen wandten sie sich der Philosophie zu – um zu verstehen, was geschah, und um im Namen der Opfer das Feuer der Freiheit (2020) hochzuhalten. In unseren Blinks zum Buch von Wolfram Eilenberger erlebst du philosophische Erkenntnis als ein Abenteuer, das untrennbar mit dem Leben verwoben ist.

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Die „rote Simone” macht Ärger

Wir beginnen unsere philosophische Zeitreise mit der vielleicht unbekanntesten der vier Protagonistinnen: Simone Weil. Es wird höchste Zeit, dass wir diese französische Vordenkerin wiederentdecken. Obwohl sie schon mit 34 Jahren starb, hinterließ sie ein philosophisches, spirituelles und literarisches Werk, das so kompromisslos ist wie ihr Leben.

Wir steigen ein im Jahr 1933, als Simone Weil 24 Jahre alt war. Schon damals sorgte sie für mehr Unruhe, als es dem französischen Bildungsministerium recht sein konnte. Eigentlich hatte man die junge Lehrerin extra in das bürgerliche Provinznest Roanne in der Nähe von Lyon versetzt. Doch das hielt die kaum 1,50 Meter große Frau nicht davon ab, sich mit vollem Eifer in ihren sozialistischen Aktivismus zu stürzen.

Bei jeder Gelegenheit nahm sie den Zug in die Arbeitersiedlungen von Saint-Étienne. Die Hände tief in die mit Tabak gefüllten Manteltaschen vergraben, marschierte sie flotten Schrittes zum Gewerkschaftszentrum, um für die Minenkumpels Vorlesungen zu halten und Abendkurse zu geben. Mit nur ein paar Notizen in der Hand klärte sie die Genossen über Geometrie, französische Literatur und den wissenschaftlichen Sozialismus auf. 

Danach ging es nicht etwa nach Hause, sondern zum spätabendlichen Stuhlkreis in einer benachbarten Wohnung, wo sie auswendig Homer und Aischylos deklamierte oder über den Zusammenhang von Produktionsmitteln und Produktionssteigerung referierte. Nicht einmal am Wochenende gab die „rote Simone“, wie sie seit der Studienzeit genannt wurde, Ruhe. Statt wie andere die Füße hochzulegen, marschierte sie eingewickelt in eine rote Fahne bei den Arbeiterprotesten mit und sang lauthals die Internationale.

Doch nicht nur mit ihrem unnachgiebigen Aktivismus, sondern auch durch ihre gedankliche Schärfe sorgte Weil in der französischen Linken für Aufsehen – ja geradezu für einen Skandal. So veröffentlichte sie im Herbst 1933 in einer Gewerkschaftszeitung einen Essay, der es in sich hatte. Darin stellte sie pointiert heraus, wie Hitler-Deutschland und Stalins Sowjetunion einander in ihrer politischen Wirklichkeit immer mehr ähnelten. Hitler habe in wenigen Monaten ein Regime geschaffen, das sich dem russischen angleiche, nach dem Prinzip: „Eine Partei an der Macht und alle anderen im Gefängnis.“

Für die Sozialisten Frankreichs kam Weils Analyse einem Hochverrat gleich. Allerdings war Weil für ihre moralische Integrität und Prinzipientreue berüchtigt, was ihren Worten zusätzlich Gewicht verlieh. Schließlich nahm niemand es mit der Solidarität ernster als Simone: Sobald sie ihr Lehrergehalt bekam, behielt sie nur so viel, wie einem arbeitslosen Fabrikarbeiter zustand. Den Rest verschenkte sie an Kameraden in Not.

Wie man sieht, war Simone Weil nicht nur eine selbstlose und unermüdliche Kämpferin für den Sozialismus, sondern etablierte sich auch früh als politische Denkerin.

Weil sah die Katastrophe vor Augen, als Hitler in Deutschland an die Macht kam. Und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis es sie auch ganz persönlich traf.

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