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Entscheide selbst, wie alt du bist

Was die Forschung über das Jungbleiben weiß

By Sven Voelpel
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Entscheide selbst, wie alt du bist: Was die Forschung über das Jungbleiben weiß by Sven Voelpel

Altern ist zu einem großen Teil eine Frage der Einstellung und Lebensführung. Die Blinks zu Entscheide selbst, wie alt du bist (2016) zeigen, wie Menschen selbst beeinflussen können, ob sie „alt“ sind oder nur älter werden.

  • Jeder, der sich vor dem Alter(n) fürchtet
  • Menschen, die etwas für ihre Gesundheit tun möchten
  • Alle, die denken, bestimmte Dinge gehören sich im Alter nicht mehr

Sven C. Voelpel ist Professor für Betriebswirtschaft an der  bs University Bremen und Gründungspräsident des WDN – WISE Demografie Netzwerks. Außerdem berät er Unternehmen wie Daimler, die Deutsche Bahn und die Deutsche Bank. Voelpel beschäftigt sich in seiner Arbeit insbesondere mit der Effektivität von Führung und lebenslanger Fitness für Höchstleister.

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Entscheide selbst, wie alt du bist

Was die Forschung über das Jungbleiben weiß

By Sven Voelpel
  • Read in 13 minutes
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  • Contains 8 key ideas
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Entscheide selbst, wie alt du bist: Was die Forschung über das Jungbleiben weiß by Sven Voelpel
Synopsis

Altern ist zu einem großen Teil eine Frage der Einstellung und Lebensführung. Die Blinks zu Entscheide selbst, wie alt du bist (2016) zeigen, wie Menschen selbst beeinflussen können, ob sie „alt“ sind oder nur älter werden.

Key idea 1 of 8

Wir sollten das Alter nicht als Abstieg begreifen, sondern als Wanderung.

Menschen wie Günther Krabbenhöft, der sogenannte „älteste Hipster Berlins“, feiern mit über 70 Jahren noch bis frühmorgens auf Rave-Partys. Doch viele wie ihn gibt es nicht. In Clubs und auf Partys gehören eher junge Leute, oder? Doch wer bestimmt das eigentlich? Woher kommen unsere festgefahrenen Meinungen darüber, was sich in einem gewissen Alter gehört?

Unsere Vorstellung vom Älterwerden ist stark von bildlichen Darstellungen geprägt, die seit dem 16. Jahrhundert in Europa kursieren. Im 19. Jahrhundert hingen sogenannte Lebenstreppen in nahezu allen Wohnzimmern und Arbeitsstätten und brannten sich so ins kulturelle Gedächtnis ein. Die Stufen der Lebenstreppe führten zuerst hinauf, vom zarten Kind bis zur gemachten Person, um dann schließlich hinab in die Hilflosigkeit am Krückstock zu führen. Dies prägte das Bild des Alterns als Verlust und Abstieg.

Auch unsere heutige Vorstellung von den verschiedenen Lebensphasen haben noch einiges mit den Lebenstreppen des Biedermeiers gemein. Flirten und Feiern gehören demnach in die Jugend, das mittlere Lebensalter ist in erster Linie dem Tätigsein gewidmet, das letzte Lebensdrittel gehört allein dem Ruhestand im Schaukelstuhl oder Fernsehsessel. Und am Ende lauern Einsamkeit und Siechtum im Altenpflegeheim.

Doch auch wenn uns solche klaren Bilder wie das der Treppe Richtung geben können, sind sie doch einengend. Vor allem stellt die absteigende Treppe das Alter viel zu negativ dar.

Der deutsch-amerikanische Psychologe Erik Erikson, der u.a. in Berkeley und Harvard unterrichtete, entwirft ein Alternativmodell. Er sieht in unseren Leben keine Treppe, sondern geht vielmehr von einer stetigen Entwicklung aus: einer Lebenswanderung in acht Etappen, vom Säuglings- bis zum Rentenalter.

Entscheidend ist dabei, dass jede Entwicklungsphase bestimmte Herausforderungen und typische Krisen mit sich bringt. So muss das Kleinkind lernen, sich von der Mutter abzunabeln und ein eigenständiges Ich zu entwickeln. Als Schulkind muss es Selbstbewusstsein ausbilden, um erfolgreich zu sein, und Versagensängste abschütteln. Die Krise bzw. Herausforderung des Alters liegt darin, das gelebte Leben mit all den erfreulichen und unerfreulicheren Seiten zu akzeptieren und sich tiefer mit den Menschen und der Gesellschaft zu beschäftigen, also über seinen persönlichen Horizont hinauszusehen. Scheitert der alternde Mensch an dieser Aufgabe und hadert mit sich, kann er laut Erikson leicht am Leben verzweifeln.

Daher sollte man versuchen, sich auch im Alter noch zu entwickeln und seine Persönlichkeit zu bereichern. Wer das Leben als Wanderung anstatt als Treppe versteht, hat in seiner Lebensgestaltung schließlich mehr Spielraum.

Wenn Menschen sich über die konventionellen Altersklischees hinwegsetzen, ergeben sich viel eher individuelle Lebensläufe wie der des Berliner Ravers Günther Krabbenhöft. Jener sagt, nie glücklicher als im Alter gewesen zu sein. Und zu seinem Lebensabend gehören eben Techno-Partys. Warum nicht?

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