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Emotionale Gewalt

Was uns wirklich weh tut: Kränkung, Demütigung, Liebesentzug und wie wir uns dagegen schützen

By Werner Bartens
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Emotionale Gewalt by Werner Bartens
Synopsis

Emotionale Gewalt wird in der Öffentlichkeit selten thematisiert, dabei leiden täglich viele Menschen unter Mobbing, Ausgrenzung und Zurückweisung. Ihre Verletzungen können sich schwer und langfristig auf ihre geistige und körperliche Gesundheit auswirken. Diese Blinks zu Werner Bartens’ Emotionale Gewalt (2018) wollen dafür Bewusstsein schaffen. Sie erklären, was emotionale Gewalt ist, wie alltäglich und gefährlich sie ist und was wir tun müssen, um uns zu schützen.

Key idea 1 of 8

Emotionale Gewalt hat viele Formen und lässt sich nicht objektiv definieren.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass auch du dich schon einmal als Opfer emotionaler Gewalt empfunden hast. Die meisten von uns haben sich schon mal missachtet, gekränkt und vielleicht sogar gedemütigt gefühlt. Solche Empfindungen hinterlassen schmerzhafte und zum Teil tiefe Verletzungen. Aber ab wann spricht man eigentlich von emotionaler Gewalt?

Das lässt sich nicht vollkommen objektiv sagen. Psychologen beziehen sich dabei fast immer auf schwere Traumata – wie die Belastungsstörungen von Menschen, die Krieg und Folter erlebt haben, oder die Auswirkungen schwerer Misshandlungen wie im Falle der Entführung von Natascha Kampusch.

Bartens’ Definition von emotionaler Gewalt ist weiter und zugleich nuancierter. Sie umfasst seelische und psychische Verletzungen durch Mobbing, Ausgrenzung und Zurückweisung. Sie kommt nicht nur in Extremsituationen vor, sondern überall da, wo Menschen miteinander leben oder arbeiten: in der Familie, der Beziehung, der Schule oder bei der Arbeit.

Doch genau wie der körperliche Schmerz ist auch der emotionale Schmerz eine subjektive Empfindung. Manche Menschen können Zurückweisungen und rüdes Verhalten gut verkraften, während andere bereits unter einer ironischen oder übergriffigen Bemerkung leiden. Es gibt keine völlig unabhängige Größe für seelischen Schmerz.

Trotzdem gibt es bestimmte Muster, die in den meisten Fällen emotionaler Grenzverletzungen auftreten: Ignoranz und Vernachlässigung z.B. kann eine traumatisierende Erfahrung sein. Ein Beispiel dafür sind Eltern, die ihre Kinder als Strafe für ein bestimmtes Verhalten über einen längeren Zeitraum hinweg ignorieren.

Ein weiteres Beispiel ist die emotionale Erpressung. Eine typische Konstellation wäre eine Beziehung, in der ein Partner den anderen zu einem bestimmten Verhalten bewegen will, indem er ihm indirekte Vorwürfe macht, ein schlechtes Gewissen einredet oder ihn mit Liebesentzug bestraft.

Als Gaslighting bezeichnen Psychologen Versuche emotionaler Manipulation, bei der die betroffene Person durch bewusste Täuschungen und Lügen so lange verunsichert wird, bis sie anfängt, an ihrer eigenen Wahrnehmung zu zweifeln.

Eine der häufigsten seelischen Verletzungen ist die Demütigung, die mit Mobbing und sozialer Ausgrenzung einhergeht. Das Spektrum dieser emotionalen Gewalttaten reicht von der persönlichen Schikane bis zur Benachteiligung größerer Gruppen, z.B. in Form von Rassismus, Diskriminierung oder dem sogenannten Fat-Shaming, also der Herabsetzung und Ausgrenzung übergewichtiger Menschen.

Trotzdem bleibt die Frage, warum Menschen unterschiedlich gut mit emotionaler Gewalt umgehen können. Dies sehen wir uns im nächsten Blink an.

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