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Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft

Antisemitismus. Imperialismus. Totale Herrschaft

By Hannah Arendt
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Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft: Antisemitismus. Imperialismus. Totale Herrschaft by Hannah Arendt

Wie konnte es so weit kommen? Wie konnten die Faschisten um Hitler und Stalin so bestialische Verbrechen begehen und trotzdem die Massen hinter sich vereinen? Diese Fragen waren der Ausgangspunkt für Hannah Arendts theoretisches Meisterwerk über die Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft (1955). Diese Blinks zeichnen ihre zentralen Thesen nach und behalten dabei immer feinfühlig folgende Frage im Blick: Was geht in den Menschen vor, die sich von der totalitären Propaganda mitreißen lassen?

  • Geschichts-, Philosophie und Politikstudierende
  • Alle, die sich mit der Vergangenheit befassen wollen, um die Gegenwart zu verstehen
  • Interessierte, die sich sachlich mit der Frage auseinandersetzen möchten, wie „ganz normale“ Menschen derart schreckliche Dinge tun und unterstützen konnten

Hannah Arendt war eine jüdische Theoretikerin und Publizistin. Als die Nazis die Macht ergriffen, floh sie über Palästina in die USA, wo sie sich philosophisch mit der Entstehung totalitärer Macht auseinandersetzte und als erste weibliche Professorin an der Princeton University lehrte. Von ihr stammt auch Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen (1963).

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Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft

Antisemitismus. Imperialismus. Totale Herrschaft

By Hannah Arendt
  • Read in 15 minutes
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  • Contains 9 key ideas
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Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft: Antisemitismus. Imperialismus. Totale Herrschaft by Hannah Arendt
Synopsis

Wie konnte es so weit kommen? Wie konnten die Faschisten um Hitler und Stalin so bestialische Verbrechen begehen und trotzdem die Massen hinter sich vereinen? Diese Fragen waren der Ausgangspunkt für Hannah Arendts theoretisches Meisterwerk über die Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft (1955). Diese Blinks zeichnen ihre zentralen Thesen nach und behalten dabei immer feinfühlig folgende Frage im Blick: Was geht in den Menschen vor, die sich von der totalitären Propaganda mitreißen lassen?

Key idea 1 of 9

Die europäischen Juden standen historisch betrachtet immer abseits der Mehrheitsgesellschaft, wurden aber dennoch nahe an der Macht gehalten.

Wir wissen, dass der europäische Totalitarismus des 20. Jahrhunderts untrennbar mit dem Antisemitismus verknüpft war. Aber wie und wann begann diese unheilvolle Überschneidung? Wie fing das alles an?

Man könnte sagen: mit der seltsamen Sonderstellung der Juden. Ende des 16. Jahrhunderts hatte der mittelalterliche Feudalismus nach wie vor ganz Europa fest im Griff. Die europäischen Gesellschaften waren unerbittlich zweigeteilt: in die arme oder gar leibeigene Landbevölkerung und den reichen Adel. Die Juden waren in vielen Ländern eine bestenfalls geduldete Minderheit. Viele waren im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Opfer von Verfolgung und Ausgrenzung geworden.

Gleichzeitig gab es seit dem Mittelalter eine kleine jüdische Elite, die sich als Kaufleute und Bankiers verdingte. Sie war durch die Vergabe von Darlehen zu Geld gekommen, verwaltete den Reichtum des Adels und erhielt im Gegenzug gewisse gesellschaftliche Privilegien.

Dann kamen der Dreißigjährige Krieg und der Westfälische Frieden. Der Feudalismus wich Stück für Stück einer neuen Form von politischer Ordnung: dem Nationalstaat. Die Macht der Fürsten und Landbesitzer ging auf Regierungen über, die relativ homogenen Bevölkerungen vorstanden. Es entstanden Staaten, deren Grenzen sich in der Vorstellung der Politiker mit den Grenzen der europäischen Kulturräume deckten. Eine Nation, ein Staat. So weit die Theorie.

Die jüdische Elite, die zuvor als Finanzberater und Darlehensgeber für den Adel tätig gewesen war, wurde jetzt von den neuen Regierungen eingespannt. Je stärker sie in die Staatsgeschäfte einbezogen wurde, desto mehr Juden stiegen in die Ränge von Beamten und Kaufleuten auf. Diese Sichtbarkeit führte zu einer sonderbaren Isolation:

Die arme, christliche Unterschicht beneidete sie um ihren Wohlstand. Und dem aufstrebenden Bürgertum stieß bitter auf, dass immer mehr Juden in elitäre Kreise aufstiegen. Aus dem Herzen dieser Missgunst heraus wurde die Verschwörungstheorie geboren, die Juden wollten sich sukzessive ganz Europa Untertan machen.

Dabei hatten die Juden nie echte politische Macht. Die jüdische Identität galt auch in der Oberschicht als Makel und Defekt. Einzelne Juden wurden aufgrund ihrer Verdienste akzeptiert, aber ihre Gemeinschaft galt als minderwertig und unterlegen.

Somit gerieten die europäischen Juden im 19. Jahrhundert in die unheilvolle Lage, von nahezu allen anderen Gesellschaftsgruppen abgelehnt zu werden.

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