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Eigensinn

Die starke Strategie gegen Burn-out und Depression – für ein selbstbestimmtes Leben

By Ursula Nuber
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Eigensinn by Ursula Nuber
Synopsis

Immer mehr Menschen fühlen sich im Alltag gehetzt, überfordert, sinnentleert und ausgebrannt. Laut der Psychologin Ursula Nuber könnte das daran liegen, dass es ihnen an einer entscheidenden Superkraft mangelt: Eigensinn. In den Blinks zu Nubers gleichnamigem Buch von 2016 fühlen wir dieser unterschätzten Eigenschaft auf den Zahn und zeigen dir, wie du Stress, Depression und Burn-out mit Eigensinn ein Ende machst.

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Unbequem oder nützlich? Vom Sinn des Eigensinns

Wann hast du zuletzt jemanden „eigensinnig“ genannt und es als Kompliment gemeint? Vermutlich noch nie. Kein Wunder, denn eigensinnige Menschen gelten als widerborstig, stur, anstrengend und unbequem. Sie tun nie, was man ihnen sagt, wollen einfach nicht hören und haben stets ihren eigenen Kopf. Aber was ist eigentlich so schlimm daran? Nichts, findet Ursula Nuber. Um zu verstehen, wie sie darauf kommt, schauen wir uns die Sache genauer an: Was ist Eigensinn überhaupt, was ist er nicht, und wie kann er uns nützen?

Wer eigensinnig seine Interessen verfolgt, wird schnell als egoistisch abgestempelt. Dabei gibt es einen entscheidenden Unterschied: Egoisten setzen ihren Willen auf Kosten ihrer Mitmenschen durch, indem sie andere belügen, manipulieren oder dominieren. Eigensinnige hingegen setzen sich für ihre eigenen Bedürfnisse ein, ohne die Rechte und Wünsche der anderen zu torpedieren.

Eigensinn hat also nichts mit Egoismus zu tun. Vielleicht mit Selbstverwirklichung? Schon wärmer. Auch Selbstverwirklichung hat ein ziemlich ramponiertes Image und wird gern mit Hippies und Aussteigern in Verbindung gebracht. Dabei bedeutet Selbstverwirklichung nichts anderes, als ein selbstbestimmtes Leben ohne Bevormundung durch andere zu führen. Der Psychoanalytiker Carl Gustav Jung hielt große Stücke auf die Individuation, wie er es nannte. Nur so könne der Mensch seinen Lebenszweck erfüllen und zu dem vollständigen Wesen werden, als das er gedacht sei. Und was brauchen wir, um uns selbst zu verwirklichen? Richtig: Eigensinn.

Noch ein weiterer Begriff drängt sich beim Thema Eigensinn geradezu auf: Resilienz, also die seelische Widerstandskraft eines Menschen. Resilienz ist eine Art mentales Bungee-Seil. Sie hilft uns, Krisen abzufedern und schnell wieder obenauf zu sein. Das Gute an dieser Wunderwaffe: Sie ist erlernbar und kann durch Training noch verbessert werden. Doch dazu brauchen wir – mal wieder – Eigensinn.

Auch Autonomie und Authentizität wären ohne Eigensinn kaum denkbar. Logisch, denn nur wer nach seinem eigenen Sinn handelt, ist wahrhaft autonom. Und nur wer im Einklang mit seinen Überzeugungen und Werten lebt und sich traut, er selbst zu sein, ist authentisch.

Das heißt: Eigensinnige Menschen widersetzen sich der Fremdbestimmung – sie bleiben sich selbst treu und geben dem Leben ihren eigenen Sinn.

Eigensinn ist also weitaus besser als sein Ruf – er ist ein innerer Kompass und lässt uns stärker, unabhängiger und authentischer werden. Doch wenn Eigensinn so nützlich ist, warum ist er dann so verpönt? Und warum mangelt es so vielen Menschen daran? Werfen wir dazu einen Blick in die Vergangenheit.

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