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Die Würde ist antastbar

Essays

By Ferdinand von Schirach
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Die Würde ist antastbar by Ferdinand von Schirach

Die Würde ist antastbar (2014) ist eine Sammlung von Essays von Ferdinand von Schirach, die von 2010 bis 2013 im Spiegel erschienen sind. Darin werden ethische und moralische Fragen, grundlegende Aspekte der deutschen Justiz, aber auch Themen wie Rauchverbot, Feminismus oder von Schirachs eigener Großvater beleuchtet.

  • Studierende der Rechtswissenschaften, Politik und Philosophie
  • Alle, die sich gerne mit ethisch-moralischen Grenzfällen beschäftigen
  • Verfechter von Freiheit, Moral und Gerechtigkeit

Ferdinand von Schirach ist ein deutscher Strafverteidiger und Schriftsteller. Er ist einer der erfolgreichsten deutschen Autoren. Seine zahlreichen Romane wurden in über 40 Sprachen übersetzt und sein Buch Verbrechen hielt sich 54 Wochen lang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Für sein Theaterstück Terror erhielt er 2015 überaus positive Kritiken.

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Die Würde ist antastbar

Essays

By Ferdinand von Schirach
  • Read in 16 minutes
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  • Contains 10 key ideas
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Die Würde ist antastbar by Ferdinand von Schirach
Synopsis

Die Würde ist antastbar (2014) ist eine Sammlung von Essays von Ferdinand von Schirach, die von 2010 bis 2013 im Spiegel erschienen sind. Darin werden ethische und moralische Fragen, grundlegende Aspekte der deutschen Justiz, aber auch Themen wie Rauchverbot, Feminismus oder von Schirachs eigener Großvater beleuchtet.

Key idea 1 of 10

Fragen der Gerechtigkeit sind nicht immer so leicht zu beantworten, wie es scheint – selbst wenn es um die Unantastbarkeit der Menschenwürde geht.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Die ersten Sätze der deutschen Verfassung erscheinen uns einleuchtend und spielen für unser Zusammenleben eine zentrale Rolle.

Allerdings ist diese Verpflichtung nur auf den ersten Blick selbstverständlich. Wenn wir genauer hinsehen, ist die Versuchung groß, die Menschenwürde doch ein wenig anzutasten.

Das verdeutlicht das folgende Beispiel: 1884 geriet der kleine englische Frachter Mignonette in einen Sturm und sank. Der Kapitän, zwei Matrosen und ein Schiffsjunge schafften es auf ein Rettungsboot. Sie trieben lange ohne Wasser und Nahrung umher. Es war klar, dass sie alle vier bald sterben müssten, wenn sie nicht einen von ihnen töten und essen würden.

Der Kapitän entschied, dass der Schiffsjunge das Opfer sein sollte. Nicht, weil er der kleinste und schwächste war, sondern weil er ein Waisenjunge war und keine Familie um ihn trauern würde. Die drei Seeleute töteten den Schiffsjungen und verspeisten ihn, wurden schließlich gerettet und vor Gericht gestellt. Die Bevölkerung war der Meinung, dass sie das Richtige getan hätten. Wie hättest du entschieden?

Der Punkt ist: Menschenleben dürfen niemals gegeneinander aufgerechnet werden, denn sobald wir damit beginnen, kommen wir in Teufels Küche. Auch wenn wir nachvollziehen können, warum der Kapitän diese Entscheidung getroffen hat, handelt es sich dennoch um ein Vergehen.

Ist es gerechtfertigt, ein Flugzeug abschießen, das entführt wurde und auf ein Hochhaus gelenkt werden soll? Hier würden die meisten noch zustimmen. Aber was ist mit folgendem Beispiel: Bei einem Arzt sitzen drei Patienten, die bald sterben werden – der eine an Nierenversagen, der andere an einer Herzkrankheit und der dritte an Blutverlust. Im Wartezimmer sitzt außerdem ein gesunder Mensch. Folgen wir dieser Logik, müsste der Arzt den gesunden Patienten ausschlachten, um die drei Leben zu retten. Immer noch einverstanden?

Es ist unmöglich, eine Grenze zu ziehen. Daher ist die Würde des Menschen absolut unantastbar und eine ganz klare moralische Richtlinie. 

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