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Die psychotische Gesellschaft

Wie wir Angst und Ohnmacht überwinden

By Ariadne von Schirach
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Die psychotische Gesellschaft by Ariadne von Schirach

Terroranschläge, Flüchtende, Klimawandel, Nationalismus, populistische Präsidenten und allgegenwärtige Gefühle von Angst und Ohnmacht – man könnte meinen, die westliche Welt sei komplett durchgedreht. Was, wenn sie es tatsächlich ist? Dann muss sie eben wieder gesund werden. Die Philosophin Ariadne von Schirach glaubt, dass die westlichen Gesellschaften unter einer kollektiven psychischen Krise leiden. Die Blinks zu Die psychotische Gesellschaft (2019) erklären, warum das so ist, und was man tun kann, um die Krankheit zu überwinden.

  • Alle, die mit Angst in die Zukunft blicken
  • Menschen, die das Gefühl haben, den Kontakt zu sich und der Welt verloren zu haben
  • Philosophen, Soziologen und alle anderen, die sich für gesellschaftliche Entwicklungen interessieren

Ariadne von Schirach ist Philosophin und Autorin. Neben ihrer Arbeit als Dozentin für Philosophie und chinesisches Denken schreibt sie regelmäßig Artikel und Bücher zu gesellschaftlichen Themen. Ihre Werke Der Tanz um die Lust und Du sollst nicht funktionieren. Für eine neue Lebenskunst waren Bestseller.

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Die psychotische Gesellschaft

Wie wir Angst und Ohnmacht überwinden

By Ariadne von Schirach
  • Read in 13 minutes
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Die psychotische Gesellschaft by Ariadne von Schirach
Synopsis

Terroranschläge, Flüchtende, Klimawandel, Nationalismus, populistische Präsidenten und allgegenwärtige Gefühle von Angst und Ohnmacht – man könnte meinen, die westliche Welt sei komplett durchgedreht. Was, wenn sie es tatsächlich ist? Dann muss sie eben wieder gesund werden. Die Philosophin Ariadne von Schirach glaubt, dass die westlichen Gesellschaften unter einer kollektiven psychischen Krise leiden. Die Blinks zu Die psychotische Gesellschaft (2019) erklären, warum das so ist, und was man tun kann, um die Krankheit zu überwinden.

Key idea 1 of 8

In der Gestaltung ihrer Lebensumstände schließen Menschen bestimmte Aspekte ein und aus – mit weitreichenden Konsequenzen. 

Wie wollen wir leben? Die Freiheit und Fähigkeit, diese Frage zu stellen, macht den Menschen aus. Die Antwort darauf muss allerdings immer eine kollektive sein, denn die Gestaltung der Lebensumstände kann nur gemeinsam funktionieren. 

Der Mensch ist, wie es die Autorin ausdrückt, ein unbestimmtes Tier. Alle nicht-menschlichen Tiere werden in eine von der Natur bestimmte Umgebung hineingeboren und richten sich dort ein. Sie sind darum bestimmte Tiere. Der Mensch jedoch muss und kann seine Lebensumstände selbst gestalten. Er ist zwar Teil der Natur, steht aber zugleich als bewusstes und geistiges Wesen außerhalb von ihr. Daher sind seine Lebensumstände nicht vorgegeben und endgültig wie die eines gewöhnlichen Tiers. Sie können ständig neu verhandelt und umgestaltet werden.

Eine solche Verhandlung ist immer wieder notwendig, da die Gestaltung nur im Kollektiv gelingt. Die so geschaffene gemeinsame Lebensrealität der Menschen beschreibt die Autorin metaphorisch als ein Haus, welches sämtliche gesellschaftliche Sphären wie Kultur, Politik, Gesetz, Religion, Moral, Sprache und Ideologien umfasst. Das Haus einer jeden Gesellschaft bestimmt, wie seine Bewohner zusammenleben, und definiert Grenzen: zwischen Gewünschtem und Verbotenem oder Eigenem und Fremdem. Es bietet seinen Bewohnern somit nicht nur Schutz, sondern stiftet auch Sinn und Identität.

Ein Haus aber wäre kein Haus, wenn es nicht auch etwas ausschließen würde. Die kollektive Entscheidung einer Gesellschaft für etwas Bestimmtes ist gleichzeitig immer auch eine Entscheidung gegen etwas anderes. So entstehen und wirken innerhalb eines Hauses gewisse Werte und Weltanschauungen, egal wie divers und widersprüchlich die Bewohnerschaft sein mag. Im westlichen Haus Europas etwa gehören individuelles Leistungsdenken, Konkurrenzdruck und ein Drang zur Selbstoptimierung dazu. 

Alles Nicht-Westliche wie die globale Gemeinschaft, die Natur und die Tatsache, dass alles Lebendige miteinander verbunden ist, werden aus diesem westlichen Haus und damit aus dem Denken seiner Bewohner verdrängt. Und das hat Folgen. Globale Ungleichheit und die Ausbeutung der Natur sind nur zwei der zahlreichen Konsequenzen. 

Momentan tritt das Ausgeschlossene durch Globalisierung, Digitalisierung und den wirtschaftlichen Wachstumszwang immer deutlicher hervor. Man könnte sagen: Es klopft an unsere Tür, während wir uns drinnen die Ohren zuhalten. Doch die Stimme des anderen, das sich durch Klimawandel oder Flüchtlingsströme äußert, wird immer lauter. Der Westen kann und darf sie nicht länger ignorieren und verleugnen. Denn die Steine, mit denen das westliche Haus gebaut wurde, wurden anderen genommen. 

Das Wiedererscheinen des verdrängten Ausgeschlossenen lässt uns ahnen, was die westliche Welt der Natur, anderen Kulturen und auch sich selbst angetan hat. Die Folgen dieses Leids gleichen den Symptomen einer kollektiven Psychose.

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