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Die Nachrichten

Eine Gebrauchsanweisung

By Alain De Botton
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Die Nachrichten: Eine Gebrauchsanweisung by Alain De Botton

Die Nachrichten liest zwischen den Zeilen der konstanten Flut an Nachrichten, die heute auf uns einströmen – Nachrichten, gegenüber denen viele Menschen heute immer gleichgültiger werden. Diese Gleichgültigkeit ist aber nicht der mangelnden Aufnahmefähigkeit der Konsumenten geschuldet, sondern liegt allein an den Medien selbst. Der starke Konkurrenzkampf in dem überfüllten Markt führt zu der Unfähigkeit, Geschichten so zu verpacken, dass Leser von ihnen angesprochen, geschweige denn richtig informiert werden.

  • Unzufriedene Zeitungsleser
  • Jeder, der an einer ausgewogenen Weltsicht interessiert ist
  • Journalisten, die ihre Leser besser erreichen möchten

Alain de Botton ist ein britisch-schweizerischer Essayist, der über verschiedene Aspekte unserer Kultur wie Liebe, Religion, Architektur, Reisen oder Eifersucht schreibt. Zu seinen Büchern gehören Religion für Atheisten und Der Lauf der Liebe. De Botton lebt in London, wo er 2008 die School of Life, eine Schule, in der man alternative Wege zur Zufriedenheit lernen kann, gegründet hat.

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Die Nachrichten

Eine Gebrauchsanweisung

By Alain De Botton
  • Read in 13 minutes
  • Audio & text available
  • Contains 8 key ideas
Die Nachrichten: Eine Gebrauchsanweisung by Alain De Botton
Synopsis

Die Nachrichten liest zwischen den Zeilen der konstanten Flut an Nachrichten, die heute auf uns einströmen – Nachrichten, gegenüber denen viele Menschen heute immer gleichgültiger werden. Diese Gleichgültigkeit ist aber nicht der mangelnden Aufnahmefähigkeit der Konsumenten geschuldet, sondern liegt allein an den Medien selbst. Der starke Konkurrenzkampf in dem überfüllten Markt führt zu der Unfähigkeit, Geschichten so zu verpacken, dass Leser von ihnen angesprochen, geschweige denn richtig informiert werden.

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Schlagzeilen, denen der Kontext fehlt, können das Interesse der Leser nicht entfachen.

Täglich geschehen spannende Ereignisse, die unsere Weltgeschichte prägen. Doch bei der Zeitungslektüre schweifen unsere Gedanken oft schon nach einigen Zeilen wieder ab. Wie kann es sein, dass die Nachrichten trotz einer Fülle an interessanten Geschichten uns nicht fesseln können?

Das beginnt schon bei den Schlagzeilen. Besonders, wenn es um politische Themen geht, schaffen viele Zeitungen es nicht, mit ihren Überschriften die Neugier der Leser zu wecken. Dies liegt oft daran, dass Nachrichten eine vage und komplexe Sprache verwenden, die beim ersten Lesen spannende Hintergründe verschleiert. Wie z.B. diese BBC-Schlagzeile aus dem Jahr 2013: „Enorme Mietschulden bei Wohngeldprogramm“. Die Schlagzeile besagt zunächst lediglich, dass Mietrückstände während eines Pilot-Leistungsplans stiegen. Aha, die meisten Leser können mit so einer Überschrift nicht so viel anfangen.

Wenn man sich aber anschaut, was eigentlich in dem Artikel steckt, entfaltet sich eine interessante Geschichte der Effekte einer sozialen Reform: Die britische Regierung hatte entschieden, Wohngeld direkt an leistungsbeziehende Mieter statt an die Vermieter zu zahlen. Das Result war, dass immer mehr Mieter Schwierigkeiten hatten, ihre Miete zu zahlen, vermutlich weil sie einen Teil des Wohngeldes für andere Einkäufe verbrauchten.

Die Schlagzeile verriet allerdings nichts davon: Die Sprache war trocken und vage und noch schlimmer war, dass sie im späteren Text nicht einmal aufgegriffen und in den Kontext gesetzt wurde.

Um verständlich und spannend zu sein, müssen ernste Themen in einem breiteren Kontext präsentiert werden. Wenn lediglich ein Fragment aus einem komplexen Thema herausgelöst und dargestellt wird, können Leser es nicht nachvollziehen und verlieren das Interesse.

Das ist so, als würde man von jemandem verlangen, eine Passage aus einem Stück Weltliteratur zu lesen und ohne Kontext zu verstehen, was sie so großartig macht.

In Tolstois Klassiker Anna Karenina wird z.B. in einer Szene beschrieben, wie drei Frauen und drei Männer im Wartezimmer eines Anwaltsbüros sitzen. Für sich genommen ist diese Szene ziemlich bedeutungslos. Wenn wir jedoch die Hintergründe dieser Situation kennen, erkennen wir die emotionale Wucht der Geschichte. Einer der wartenden Männer ist Alexej Karenin und er hat einen Termin beim Anwalt, um sich scheiden zu lassen, da er vermutet, dass seine Frau einen Liebhaber hat. Sollte diese Tatsache bewiesen werden, tritt die Scheidung inkraft und Karenins Frau Anna wird komplett aus der russischen Gesellschaft ausgeschlossen.

Wir sehen: Erst im Kontext werden belanglose Fakten zu dramatischen und spannenden Geschichten. Wenn Journalisten die Nachrichten so präsentieren, dass hintergründige Machtspiele und Motivationen der Protagonisten enthüllt werden, entstehen Artikel, die für Leser interessant und zugänglich sind.

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