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Die Kunst guten Führens

Macht in Wirtschaft und Politik

By Thomas de Maizière & Karl-Ludwig Kley
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Die Kunst guten Führens by Thomas de Maizière & Karl-Ludwig Kley
Synopsis

In Die Kunst guten Führens (2021) geht es um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Führens in Politik und Wirtschaft: Der ehemalige Minister Thomas de Maizière und der Topmanager Karl-Ludwig Kley berichten von ihren Erfahrungen und geben Rat. In unseren Blinks zu ihrem Buch erfährst du, worauf es bei der Führung in Wirtschaft und Politik ankommt und wo Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser beiden Welten liegen.

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Führen in der Politik: Worauf es bei Amtsantritt ankommt

Als Hans-Dietrich Genscher 1974 das Amt des Außenministers übernahm, gab es Zweifel, ob er der richtige Kandidat war. Er galt eher als Experte für die Innenpolitik und hatte keinerlei diplomatische Erfahrung. Als Genscher nach achtzehn Jahren im Amt freiwillig zurücktrat, hatte sich das Blatt jedoch gewendet. Er war nicht nur in der Bevölkerung beliebt, sondern wurde auch von seinen Kollegen für seine Arbeit als Außenminister hoch geschätzt. 

Das Beispiel des ehemaligen Außenministers zeigt: Wer einen Ministerposten übernimmt, muss zu diesem Zeitpunkt noch kein Experte sein. Entscheidend sind vielmehr Motivation und die Fähigkeit, sich schnell in das neue Sachgebiet einzuarbeiten. 

Viele Politiker sammeln Erfahrungen, indem sie sich in ihrer Partei hocharbeiten. Der Aufstieg von der Jugendorganisation oder dem Kreisverband bis in den Bundestag und schließlich ins Regierungsamt wird umgangssprachlich Ochsentour genannt. Dieser Weg mag lang und mühselig sein, bietet allerdings die Möglichkeit, schrittweise mehr Verantwortung zu übernehmen und wichtige Fähigkeiten zu erlernen.

Weil Erfahrung so wichtig ist, wird für viele Spitzenpositionen bereits ein hoher Rang vorausgesetzt. Angehende Parteivorsitzende sollten schon ein anderes Parteiamt innehaben oder in einer Landesregierung sitzen. Auch Thomas de Maizière war vor seiner Ernennung zum Chef des Bundeskanzleramts kein Neuling. Er hatte bereits vier Jahre lang die Staatskanzlei in Mecklenburg-Vorpommern geleitet. 

Ist eine Politikerin endlich in einem Spitzenamt angekommen, steht sie vor wichtigen Personalfragen. Eine davon lautet: Welche Kompetenzen bekommen Stab und Linie? Der Stab umfasst das enge Team um die Führungskraft. Er übernimmt traditionell strategische und beratende Funktionen und bereitet die Minister auf Termine vor. Unter Linie versteht man Mitarbeitende, die in den Fachabteilungen arbeiten und Verwaltungsaufgaben übernehmen oder Beschlüsse umsetzen. 

Viele Führungspersönlichkeiten finden es verlockend, ihren Stab auszudehnen und auch Linienaufgaben von ihm übernehmen zu lassen. Doch de Maizière rät davon ab. Ein Stab kann die Fachaufgaben niemals so gut ausführen wie die erfahrenen Linienmitarbeiter. Außerdem führt der Abzug von Kompetenzen dazu, dass sich die Linie entmachtet fühlt und demotiviert wird. 

Wir können festhalten, dass man einen langen Atem braucht, um ein Spitzenamt in der Politik zu ergattern und man bei Amtsantritt die Aufgaben weise unter Mitarbeitenden verteilen muss.

In seiner Zeit als Minister hat de Maizière darauf geachtet, Mitarbeiter zwischen Stab und Linie wechseln zu lassen. So wurde das Verständnis füreinander gefördert und die Zusammenarbeit verbessert.

Als Nächstes sehen wir uns einen Aspekt an, der die Arbeit in der Politik immens erschwert: das Entscheiden, wenn Unsicherheit herrscht. 

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