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Die digitale Seele

Unsterblich werden im Zeitalter künstlicher Intelligenz

By Moritz Riesewieck & Hans Block
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Die digitale Seele by Moritz Riesewieck & Hans Block
Synopsis

Die Menschheit war noch nie so nah dran an der Überwindung des Todes. Auf der ganzen Welt arbeiten Wissenschaftler daran, digitale Doppelgänger zu erschaffen. Indem sie künstliche Intelligenzen mit Unmengen an Daten füttern, digitalisieren sie die letzte Bastion unseres analogen Lebens: die Seele. Was Die digitale Seele (2020) ist oder noch werden könnte, erkunden diese Blinks.

Key idea 1 of 9

Im E-Mail-Verteiler der Unsterblichkeit

Alles begann mit einer schlichten grünen Website, auf der nur eine Frage zu lesen war: „Who wants to live forever?“ Darunter ein Sign-up-Button. Einfach so? Einfach unendlich weiterleben? Die beiden Autoren trugen sich kurzerhand ein. In der Bestätigungsmail hieß es nur: „Sie stehen auf der Warteliste!“ Mehr Hinweise fanden sich nicht, nur der Name des dahinterstehenden Unternehmens wurde noch verraten: Eternime – ewiges Ich.

Der Eternime-CEO Marius Ursache war zum Glück auskunftsfreudiger, als es die Website vermuten ließ. Die beiden Autoren besuchten ihn in einer Kleinstadt in Rumänien, dem Sitz des Start-ups.

Marius Ursaches Idee klang ziemlich verrückt: Was wäre, wenn man mit Verstorbenen skypen könnte? Wenn sich mithilfe künstlicher Intelligenz ein Avatar, ein digitaler Doppelgänger kreieren ließe, mit dem die Hinterbliebenen interagieren könnten? Zu seinem eigenen Erstaunen fanden sich nicht nur begabte Entwickler, die sich ihm anschlossen, sondern bald auch Geldgeber.

Von der Euphorie des Aufbruchs getragen, entstanden schnell eine Beta-Version der Software und eine Website. Das erklärte Ziel des Projekts war es, ein künstliches neuronales Netzwerk zu schaffen, das sich mit allen nur erdenklichen Daten wie Bild, Ton oder Text füttern lässt – und den Verstorbenen als virtuellen Wiedergänger zurückbringt.

Die Resonanz war gigantisch: In kürzester Zeit erreichten das Team Abertausende Anfragen. Doch die Euphorie des Erfolgs wich schnell dem Frust. Denn viele der Menschen, die sich meldeten, hatten nur noch wenige Wochen zu leben und wollten mit der Erschaffung ihres Avatars sofort beginnen.

Doch Eternime konnte diese Hoffnung nicht erfüllen. Zu weit entfernt war der Stand der Technik, zu lange würde es dauern, das Versprechen einzulösen. Die benötigten Daten waren einfach noch nicht so umfassend sammelbar, wie es das Projekt benötigte. Der Druck wurde zu groß, das Unternehmen scheiterte an seinen eigenen Ambitionen.

Am Beispiel von Eternime zeigt sich, dass die Sehnsucht vieler Menschen nach digitaler Unsterblichkeit zwar groß ist, aber die technische Umsetzung noch auf sich warten lässt.

Ein Tech-Start-up, das sich den Tod zum Aufgabenfeld macht, muss sich mehr als sonst die Perspektive seiner Zielgruppe vor Augen führen. Wie geht es Menschen, die mit dem Tod konfrontiert und zugleich mit einem virtuellen Leben danach in Atem gehalten werden? 

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