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Der lange Abschied von der weißen Dominanz

Wie wir eine Welt ohne Rassismus gestalten können

By Charlotte Wiedemann
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Der lange Abschied von der weißen Dominanz by Charlotte Wiedemann

Über Jahrhunderte haben weiße Menschen die Geschicke der Welt bestimmt. Doch ihre Vorherrschaft neigt sich dem Ende entgegen. Unsere Blinks zu Der lange Abschied von der weißen Dominanz (2019) erklären, wie sich die Machtverhältnisse allmählich verschieben. Sie erweitern deinen Blick und zeigen dir Wege, wie wir eine Welt ohne Rassismus gestalten können.

  • Jeder, der sich mit Rassismus beschäftigt
  • Alle, die der Welt mit wachem Blick begegnen wollen 
  • Menschen, denen Herero und Nama kein Begriff sind

Charlotte Wiedemann ist als Journalistin und Autorin weit gereist. Sie war vor allem in Asien und Afrika unterwegs und hat sich dort mit außereuropäischen Perspektiven auseinandergesetzt. Für ihre Arbeiten hat sie zahlreiche Preise erhalten. Zuletzt wurde sie mit dem Spezial-Preis der Otto-Brenner-Stiftung für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

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Der lange Abschied von der weißen Dominanz

Wie wir eine Welt ohne Rassismus gestalten können

By Charlotte Wiedemann
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Der lange Abschied von der weißen Dominanz by Charlotte Wiedemann
Synopsis

Über Jahrhunderte haben weiße Menschen die Geschicke der Welt bestimmt. Doch ihre Vorherrschaft neigt sich dem Ende entgegen. Unsere Blinks zu Der lange Abschied von der weißen Dominanz (2019) erklären, wie sich die Machtverhältnisse allmählich verschieben. Sie erweitern deinen Blick und zeigen dir Wege, wie wir eine Welt ohne Rassismus gestalten können.

Key idea 1 of 8

Deutschland war schon immer ein Einwanderungsland.

Detlef, Hilde, Anke und Siegfried: So klangen die Namen der Mitschülerinnen und Mitschüler, die Charlotte Wiedemann Anfang der Sechzigerjahre hatte. In der ersten Klasse der Volksschule waren sie sechsundfünfzig Jungen und Mädchen. Ihre Haarfarben changierten zwischen blond und hellbraun, die Hautfarbe war durchgehend weiß. Doch das homogene Klassenbild sollte sich bald ändern.

Bereits 1955, also einige Jahre zuvor, hatte Deutschland mit Italien sein erstes Anwerbeabkommen geschlossen. Es folgten Vereinbarungen mit Spanien, Griechenland und der Türkei, um den steigenden Bedarf an Arbeitskräften in Zeiten des Wirtschaftswunders zu decken. Als Charlotte Wiedemann 1973 ihr Abitur machte und die Bundesrepublik einen Anwerbestopp verhängte, arbeiteten bereits vierzehn Millionen Migranten in Westdeutschland.

Diese Menschen trugen entscheidend dazu bei, dass die deutsche Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufblühte. Und sie brachten kulturelle Vielfalt zurück, eine Diversität, die es in Deutschland schon einmal gegeben hatte. 

Ein gutes Beispiel dafür ist der Berliner Bezirk Neukölln, wo heute viele Menschen mit Migrationshintergrund leben. Er entstand aus den Gemeinden Deutsch-Rixdorf und Böhmisch-Rixdorf, das 1737 von Protestanten gegründet worden war. Sie waren aus Böhmen geflüchtet und sprachen teilweise noch bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein Tschechisch. Dass Neukölln heute wieder ein Hotspot der Einwanderung ist, knüpft also an eine deutsche Tradition an – die von den Nationalsozialisten unterbrochen wurde.

Zwischen 1933 und 1945 löschten sie jede Diversität aus. Das äußerlich einheitliche Erscheinungsbild im frühen Nachkriegsdeutschland war daher keineswegs ein natürlicher Zustand. Das wird oft vergessen oder ignoriert, wenn über Migration gesprochen wird. Doch woher kommt eigentlich das Unbehagen einiger Menschen an der immer größer werdenden Vielfalt in der deutschen Gesellschaft?

Der deutsche Soziologe Aladin El-Mafaalani hat den Begriff Integrationsparadox geprägt. Demnach zeichnet sich gelungene Integration nicht dadurch aus, dass die Gesellschaft harmonischer wird, sondern sie zeigt sich im Gegenteil darin, dass mehr Konflikte entstehen. Das erklärt er mit der Metapher eines Tisches, an dem bisher immer nur einer geredet hat. Nach und nach nehmen mehr Leute daran Platz, die anfangs nur zuhören. Irgendwann aber wollen sie sich am Gespräch beteiligen und mitbestimmen. 

Diesen Anspruch hat niemand, der sich noch als Gast fühlt. Erst wenn man sich als vollwertiger Teil einer Gesellschaft sieht, begegnet man den Alteingesessenen auf Augenhöhe. Dass sich heute so viele Menschen über Diskriminierung beschweren, sieht El-Mafaalani daher als ein Zeichen des Fortschritts.

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