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Das Leben der Stoiker

Lektionen über die Kunst des Lebens von Mark Aurel bis Zenon

By Ryan Holiday, Stephen Hanselman
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Das Leben der Stoiker by Ryan Holiday, Stephen Hanselman
Synopsis

Philosophie soll kein entrückter Denksport sein, sondern uns zu besseren Menschen machen. Und kaum eine Denkschule verkörperte dieses Motto stärker als die Stoa. Diese Blinks zu Das Leben der Stoiker (2020) vermitteln die stoischen Werte anhand der Weisheiten und Versäumnisse ihrer eigenen historischen Vertreter. Außerdem zeigen sie dir, warum diese Tugenden bis heute relevant sind.

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Zenon der Bescheidene

Der Stoizismus gilt bis heute als eine der einflussreichsten philosophischen Schulen. Doch seine Anfänge waren bescheiden. Unsere Geschichte beginnt mit einem Kaufmannssohn und einem verhängnisvollen Schiffbruch.

Wir reisen zurück ins vierte Jahrhundert vor Christus. Der Kaufmann Zenon von Kition verdiente auf Zypern gutes Geld, indem er mit einem seltenen, purpurnen Farbstoff handelte. Dieser wurde mühsam von Sklaven aus dem Blut von Meeresschnecken gewonnen und war besonders bei den Reichen und Mächtigen gefragt, um damit edle Gewänder zu färben. Aber eines Tages kenterte ein Schiff mit der kostbaren Fracht und stürzte den Kaufmann und seine Familie von heute auf morgen in den Ruin. 

Viele Menschen wären an einem solchen Schicksalsschlag zerbrochen. Doch Zenon trotzte seinem Pech mit Willenskraft und Courage – also genau der Art von Einstellung, für die heute auch der Stoizismus steht. Statt sich selbst zu bemitleiden, zog Zenon nach Athen, um sich im pulsierenden Herzen des antiken Griechenlands als Philosoph zu versuchen.

Er hatte den richtigen Ort gewählt. Im Athen jener Tage drehte sich nämlich alles um den florierenden Handel mit Waren – und auch mit Sklaven. Der kommerzielle Erfolg der Stadt und die Ausbeutung der Zwangsarbeiter ließen der gebildeten Elite jede Menge Zeit, sich den existenziellen Fragen des Lebens zu widmen. Und schon bald fand Zenon in Krates von Theben einen renommierten Lehrer, der ihm die philosophischen Grundlagen beibrachte.

Zenons erste Aufgabe war durchaus eigenwillig: Krates hieß ihn, einen Topf Linsensuppe durch die Stadt zu tragen. Zenon war sich dafür aber zu eitel und schleppte den Topf durch Seitenstraßen, um nicht gesehen zu werden. Als Krates das herausfand, überschüttete er seinen Schüler mit der Suppe, um ihn eine wichtige Lektion zu lehren: Er solle sich weniger darum scheren, was andere Menschen dachten.

Mit der Zeit entwickelte sich Zenon selbst zu einem geachteten Denker. Er begründete eine neue philosophische Lehre, die Stoa, und formulierte ihre wichtigsten Prinzipien: Mut, Weisheit, Mäßigung und Gerechtigkeit.

Zenon und seine Anhänger glaubten, die Philosophie dürfe nicht auf das Klassenzimmer begrenzt sein. Sie müsse in das tägliche Leben hineinwirken. Darum wollten sie weder von hohen Kanzeln predigen noch in prächtigen Hörsälen dozieren. Stattdessen diskutierten sie ihre Ideen in einer offenen Säulenhalle mitten auf der Athener Agora: der Stoa Poikile.

Zenons Geschichte zeigt, dass die Lehre der Stoa aus der Erfahrung persönlicher Not und Entbehrung heraus entstand.

Zenons persönliches Beispiel belegt, was er unter „Mäßigung“ verstand. Er war so bescheiden, seine Denkschule nicht nach sich selbst, sondern nach dem Ort zu benennen, an dem er sich mit seinen Schülern traf. 

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