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Das Ende des Alterns

Die revolutionäre Medizin von morgen

By David A. Sinclair & Matthew D. LaPlante
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Das Ende des Alterns by David A. Sinclair & Matthew D. LaPlante
Synopsis

Wird er womöglich bald wahr – der Traum vom ewigen Leben? Das Ende des Alterns (2019) erklärt die jüngsten genetischen Entdeckungen und Theorien der Langlebigkeitsforschung. Die Blinks zeigen, wie wir mithilfe medizinischer Wirkstoffe und simplen Verhaltensänderungen schon in Kürze lernen können, deutlich länger und besser zu leben.

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Altern als Krankheit?

Kann man Altern mit einer Krankheit vergleichen? Das würde ja zweierlei bedeuten. Erstens: Der Alterungsprozess lässt sich auf eine konkrete biologische Ursache zurückführen. Und zweitens: Wir können diese Ursache finden und heilen. Zeit für eine Spurensuche.

Anfang des 20. Jahrhunderts gingen in den USA 50 Prozent aller Todesfälle auf eine der folgenden Krankheiten zurück: Influenzaviren, Lungenentzündungen, Tuberkulose oder Magen-Darm-Infektionen. Jeder zweite US-Amerikaner fiel früher oder später einem dieser Leiden zum Opfer.

Ein Jahrhundert später verlaufen in den USA nur noch 10 Prozent der Influenza-Infektionen und Lungenentzündungen lebensgefährlich. Und die Sterberate für Tuberkulose- und Magen-Darm-Erkrankungen ist so gering, dass sie statistisch keine Rolle spielt.

Grund dafür ist der zivilisatorische Fortschritt. Dank der medizinischen Entwicklung sind früher fatale Krankheiten heute nur noch selten lebensbedrohlich.

Womit wir bei unserer ursprünglichen Frage wären. Was, wenn wir das Altern mit Krankheiten wie Pneumonie oder Tuberkulose gleichsetzen? Es verursacht diverse konkrete Symptome wie Demenz, Organversagen und Knochenschwund. Es verlangsamt die Wundheilung und erhöht die Anfälligkeit für bakterielle und virale Infektionen. Und es schwächt die Organe, bis irgendwann Herz oder Gehirn versagen.

Jüngste medizinische Erkenntnisse zeigen, dass der Alterungsprozess tatsächlich eine Krankheit ist. Nicht nur, dass wir ihn potenziell behandeln können – wir würden unsere Lebenserwartung damit signifikant erhöhen. Und ohne die typischen Symptome könnten wir den verlängerten Lebensabend sogar mit deutlich höherer Lebensqualität genießen.

Bei der Therapie gilt dasselbe wie für alle Krankheiten: Am besten behandeln wir keine isolierten Symptome, sondern die eigentliche Ursache. Nehmen wir das Beispiel der Krebsforschung. Hier suchte die Wissenschaft bis in die 1960er-Jahre vergeblich nach der Wurzel allen Übels – und konzentrierte sich notgedrungen auf die Symptome. Die Ärzte entfernten befallenes Gewebe und beschädigten dabei oft auch gesundes Gewebe.

Doch dann, in den 1970er-Jahren, entdeckte die Molekularbiologie die sogenannten Onkogene, also jenen Teil des Erbguts, der bei exzessiver Aktivierung mutiert und Tumore bildet. Von da an hörte die Krebstherapie auf, willkürlich Symptome zu bekämpfen. Sie konzentrierte sich gezielt auf das Onkogen, verschonte gesundes Zellgewebe und steigerte die Überlebenschancen der Krebspatienten.

Warum verfolgen wir beim Altern also nicht denselben Ansatz? Weil wir bislang zu wenig über die eigentliche Ursache wussten. Doch neue wissenschaftliche Entdeckungen bringen uns dem Geheimnis deutlich näher.

Alles beginnt mit dieser Frage: Was, wenn wir das Altern nicht als unvermeidbar sehen, sondern als potenziell heilbare Krankheit?

Wo vermuten die Forscher den Auslöser des Alterungsprozesses? Dieser Frage widmen wir uns im nächsten Blink!

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