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„Dann ist das wohl psychosomatisch!“

Wenn Körper und Seele SOS senden und die Ärzte einfach nichts finden

By Alexander Kugelstadt
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„Dann ist das wohl psychosomatisch!“ by Alexander Kugelstadt
Synopsis

Atemnot? Chronisches Magendrücken? Oder ständig Rückenschmerzen? Wenn Ärzte trotz dieser Beschwerden nichts finden, wird einem schnell gesagt, dass alles nur Einbildung sei. In „Dann ist das wohl psychosomatisch!“ (2020) lernst du die Facetten der Psychosomatik kennen und erfährst, warum die Diagnose „psychosomatische Störung“ keine Sackgasse sein muss, sondern der Beginn einer Entdeckungsreise sein kann.

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Die Körper-Seele-Einheit

Psyche und Körper wirken bei allen Krankheiten zusammen – bei einigen mehr, bei anderen weniger. Bestimmt kennst du das aus eigener Erfahrung: Bei einer Wurzelbehandlung oder einem grippalen Infekt wirst du kaum euphorisch und gut gelaunt sein. Und vielleicht kennst du auch das: Durchfall vor einer Prüfung, weil du im wahrsten Sinne des Wortes „Schiss“ hast. Ein beklemmendes Gefühl in der Herzgegend, obwohl organisch alles in Ordnung ist. Vor Aufregung schwitzende Hände oder ein Hautekzem, das sich natürlich prompt vor einem wichtigen Termin verschlimmert. 

Wir alle haben ab und zu psychosomatische Beschwerden. Augenscheinlich gibt es eine Dimension im Menschen, die sich nicht mit Laborwerten und medizinischer Diagnostik erfassen lässt. Körper und Psyche bilden stets eine Einheit und lassen sich nicht ohne Weiteres trennen. Der Begriff Psychosomatik macht das deutlich. Er setzt sich aus den griechischen Wörtern für Seele und Körper, also Psyche und Soma, zusammen.

In unserer Vorstellung – wie auch in unserem Gesundheitssystem – sind Psyche und Körper jedoch oft Gegensätze. Geprägt wurde diese Denkweise vom Philosophen René Descartes, der 1641 seine berühmte Erkenntnis „Ich denke, also bin ich“ formulierte. Alles, was außerhalb des eigenen Bewusstseins liegt, also auch der Körper, gehörte für Descartes gar nicht wirklich zum „Ich“ dazu. Damit wurden Körper und Denken zu zwei substanziell verschiedenen Dingen erklärt.

Auch die westliche Medizin klammerte lange Zeit alles Seelische aus. Bei der Suche nach Krankheitsursachen beschränkte sie sich auf das, was naturwissenschaftlich erklärt werden konnte. Doch zum Glück sind wir mittlerweile weiter, oder? Stimmt, aber die Trennung von Seele und Körper sitzt tief in unseren Köpfen. Das zeigt sich bereits in der Alltagssprache. So sagen wir etwa „Ich bin nervös“, aber „Ich habe Herzrasen“. Geistige Dinge tun wir also aktiv, während körperliche Dinge uns irgendwie zustoßen. Ganz nach dem Motto: mein Körper und ich. Wir verstehen unser Bewusstsein als das, was uns ausmacht. Den Körper haben wir einfach dazu – ein Ding, das hoffentlich nicht zu viele Macken hat.

Tatsache ist: Körper und Seele sind eigentlich eins und stehen in ständiger Wechselwirkung zueinander. 

Es gibt also keine rein körperlichen oder rein psychischen Krankheiten. Gemäß diesem ganzheitlichen Denken sollte auch in der Diagnostik immer gleichzeitig nach körperlichen und seelischen Ursachen für eine Erkrankung gesucht werden. Um unseren Leiden auf die Spur zu kommen, sollten wir außerdem eine Reise in die Vergangenheit machen. Warum, das erfährst du im nächsten Blink.

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