Join Blinkist to get the key ideas from
Get the key ideas from
Get the key ideas from

Breath – Atem

Neues Wissen über die vergessene Kunst des Atmens

By James Nestor
  • Read in 15 minutes
  • Audio & text available
  • Contains 9 key ideas
Upgrade to Premium Read or listen now
Breath – Atem by James Nestor
Synopsis

In Breath – Atem (2020) geht es um die faszinierende Kraft des Atmens. Während die erstaunlichen Effekte verschiedener Atemtechniken in vielen Kulturen schon lange bekannt sind, beginnt die westliche Wissenschaft gerade erst, sie zu erforschen. Dabei reichen die heilsamen Eigenschaften guter Atmung von Stressreduktion über Bewusstseinserweiterung bis hin zu fast übermenschlicher Körperkontrolle.

Key idea 1 of 9

Sauber Atmen? Klappe halten!

Vor einigen Jahren führte der Autor James Nestor ein waghalsiges Atemexperiment an sich selbst durch. Sein Blutdruck stieg innerhalb weniger Tage rasant an. Damit erhöhte sich sowohl sein Herzinfarkts- und auch sein Schlaganfall-Risiko. Zusätzlich beschleunigte sich sein Puls, seine Körpertemperatur sank und was noch viel schlimmer war: Er fühlte sich hundsmiserabel.

Was passiert war? Fünf Tage zuvor hatte sich Nestor von seinem Arzt die Nasenlöcher mit Silikonstöpseln zustopfen lassen. Er war also tagelang gezwungen, ausschließlich durch den Mund zu atmen. Wie er auf so eine verrückte Idee kam? Ganz einfach: Er wollte testen, wie sein Körper auf Mundatmung reagiert. 

Mediziner schätzen, dass etwa die Hälfte aller Menschen hauptsächlich durch den Mund atmen. Dafür gibt es viele Gründe, zum Beispiel Asthma, Allergien oder Stress. Das Problem ist, dass man sich schnell an die Mundatmung gewöhnt – und ihre Folgen sind fatal. 

Als der Autor seine Stöpsel nach zehn Tagen entfernen durfte, war seine Nase völlig im Eimer. Sie war fürchterlich verstopft und musste mit langen Wattestäbchen gereinigt werden. Außerdem war sie Schauplatz einer ernst zu nehmenden bakteriellen Infektion. Neben Blutdruck, Puls und Körpertemperatur hatte die Mundatmung außerdem die Schlafqualität des Autors ruiniert: Er schnarchte und hatte Atemaussetzer, erwachte morgens also denkbar schlecht erholt. 

Erst eine Stunde, nachdem die Stöpsel draußen waren, konnte der Autor wieder frei durch die Nase atmen. Dieser erste Atemzug brachte ein enormes Gefühl von Frische und Erleichterung mit sich.

Warum? Weil die Nase viel mehr leistet, als man denkt. Sie zieht die Luft nicht einfach ein, sondern filtert, erwärmt und befeuchtet sie. Aus der aufbereiteten Luft kann die Lunge leichter Sauerstoff aufnehmen. Außerdem werden bei der Nasenatmung bestimmte Chemikalien freigesetzt, die den Blutdruck senken und die Herzfrequenz regulieren. All diese Vorteile entfallen, wenn wir durch den Mund einatmen.

Das verdeutlichen auch einige Experimente, die der Kieferorthopäde Egil P. Harvold in den 1970er- und 1980er-Jahren durchführte. Harvold verschloss die Nasenlöcher einer Gruppe von Rhesusaffen – über zwei Jahre lang! Solche Tierversuche sind heute ethisch nicht mehr vertretbar, die Ergebnisse sind trotzdem erhellend. Denn Harvold beobachtete, dass sich während dieser Zeit die Zahnbögen der Affen verengten und ihre Zähne schief wurden. Das wirkte sich nicht nur negativ auf ihre Gesundheit aus, sondern veränderte ihre ganze Kopfform. Als Harvold die Nasenstöpsel endlich entfernte, kehrte die Kopfform der Affen innerhalb von sechs Monaten wieder in den Normalzustand zurück. 

Das zeigt sehr eindrücklich, wie sehr das Atmen die Gesundheit beeinflussen kann. Und die Wissenschaft ist sich heute einig, dass die Nasenatmung gesünder ist als die Mundatmung.

Aber warum hat die Natur es überhaupt so eingerichtet, dass wir ständig Atemprobleme haben?

Upgrade to continue Read or listen now

Key ideas in this title

Upgrade to continue Read or listen now

Learn more, live more

Sign up now to learn and grow every day with the key ideas from top nonfiction and podcasts in 15 minutes.