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Beute, Ernte, Öl

Wie Energiequellen Gesellschaften formen

By Ian Morris
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Beute, Ernte, Öl by Ian Morris

Demokratie, Gleichberechtigung, Frieden. Wir sehen unsere Werte gerne als Produkt unserer moralischen Evolution. Aber was, wenn wir unser gesellschaftliches Leben aus ganz pragmatischen Gründen an bestimmten Wertvorstellungen ausrichten? Und zwar, weil sie am besten zu unserer Form der Energiegewinnung passen? Diese Blinks zu Ian Morris’ Beute, Ernte, Öl (2015) laden dich ein, die Menschheitsgeschichte auf ganz neue Weise zu lesen.

  • Geschichts- und Philosophie-Fans
  • Alle, die sich fragen, wie die Zukunft unsere Werte und Ideale verändern wird
  • Offene Geister mit Interesse an einem anderen Blick auf die Zivilisation

Ian Morris ist Historiker, Archäologe und Universitätsprofessor. Er ist Mitbegründer des Stanford Archaeology Center. Sein Buch Wer regiert die Welt wurde 2011 vom PEN Center USA mit dem Literaturpreis für kreative Sachliteratur prämiert. Die DePauw University und die Birmingham University haben ihm die Ehrendoktorwürde verliehen.

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Beute, Ernte, Öl

Wie Energiequellen Gesellschaften formen

By Ian Morris
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Beute, Ernte, Öl by Ian Morris
Synopsis

Demokratie, Gleichberechtigung, Frieden. Wir sehen unsere Werte gerne als Produkt unserer moralischen Evolution. Aber was, wenn wir unser gesellschaftliches Leben aus ganz pragmatischen Gründen an bestimmten Wertvorstellungen ausrichten? Und zwar, weil sie am besten zu unserer Form der Energiegewinnung passen? Diese Blinks zu Ian Morris’ Beute, Ernte, Öl (2015) laden dich ein, die Menschheitsgeschichte auf ganz neue Weise zu lesen.

Key idea 1 of 8

Unsere Werte haben sich womöglich analog zu unserer Energiegewinnung entwickelt.

Wir schreiben das Jahr 1982. Ian Morris und seine Kollegen arbeiteten an einer archäologischen Ausgrabungsstätte im griechischen Hinterland. Eines Abends kam ein älteres einheimisches Ehepaar des Weges. Der Mann ritt auf einem Esel, die Frau schleppte einen schweren Sack zu Fuß. Einer der Forscher fragte den Mann, warum nicht seine Frau auf dem Esel reite. Der Mann sagte nur: „Weil sie keinen Esel hat.“

Den meisten von uns dürfte sein Verhalten aufstoßen. Für uns wäre es selbstverständlich, dass er die körperliche Anstrengung auf sich nimmt. Aber woran genau liegt es, dass wir so allergisch auf Gender-Hierarchien wie diese reagieren? Legen wir im Westen von Natur aus mehr Wert auf Gerechtigkeit und Gleichstellung?

Dem Autor zufolge hat unser Wertesystem eine viel pragmatischere Wurzel: die Art unserer Energiegewinnung. Seine These beleuchtet ein anthropologisches Dilemma. Wir versuchen seit jeher, die Werte der Menschheit zu verstehen. Aber kaum jemand hat versucht, sie zu erklären. Kaum jemand weiß, warum eine Zivilisation bestimmte Werte hochhält.

Ian Morris zufolge entwickeln sich unsere Werte ähnlich wie unsere Gene. In der Evolution vererbt jeder Organismus diejenigen Gene, die am besten zu den Lebensbedingungen seiner Umwelt passen. So setzen sich in der Generationenfolge die vorteilhaften Eigenschaften durch.

Ähnliches passiert mit unseren Werten. Eine Gesellschaft floriert, wenn ihre Auffassungen zu ihrer spezifischen Umwelt passen. Eine Gesellschaft mit unpassenden oder überholten Werten geht unter. Diese natürliche Selektion entscheidet, welche Werte überleben.

Der entscheidende Faktor bei dieser Auslese ist die Energiegewinnung, also die Art und Weise, wie wir Menschen Lebensmittelenergie in Form von Kilokalorien aus unserer Umwelt beziehen. Die Geschichte zeigt, dass sich bestimmte Formen der Energiegewinnung besonders gut mit bestimmten Werten und sozialen Organisationsformen vertragen.

Was sagt das nun über unseren griechischen Bauern aus? Es bedeutet zunächst, dass der Mann nicht zwingend ein misogyner Macho war. Vielleicht orientierte er sich einfach an den hierarchischen Werten der rural geprägten Gesellschaft seiner Zeit.

Es könnte auch bedeuten, dass wir nicht so nobel sind, wie wir gerne denken. Was, wenn wir uns nur deshalb auf Werte wie Geschlechtergleichheit und Demokratie fokussieren, weil sie besser zu unserer modernen Fossilenergiegesellschaft passen?

Zeit für einen etwas anderen Blick auf die Geschichte der Menschheit.

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