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Auch alte Wunden können heilen

Wie Verletzungen aus der Kindheit unser Leben bestimmen und wie wir uns davon lösen können

By Dami Charf
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Auch alte Wunden können heilen by Dami Charf

Wenn wir von Trauma sprechen, meinen wir meist ein einzelnes, schmerzhaftes Erlebnis, an das wir uns gut erinnern können. Tatsächlich sind jedoch sehr viele Menschen traumatisiert, ohne es auch nur zu ahnen. Sogenannte Entwicklungstraumata entstehen in den ersten Lebensjahren. Dafür reicht es aus, dass unsere Mutter sehr ängstlich war oder wir als Baby im Nebenraum schreien gelassen wurden. In den Blinks zu Auch alte Wunden können heilen (2018) erfährst du, warum diese frühen Verletzungen uns ein Leben lang unglücklich machen können und wie wir sie aufarbeiten. 

  • Alle, die sich einsam, isoliert oder anders als andere fühlen
  • Menschen, die verstehen wollen, wie ihre frühe Kindheit sie geprägt hat 
  • Traumatherapie-Interessierte

Dami Charf ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und arbeitet in Göttingen als Traumatherapeutin. Sie ist Begründerin der körper- und bindungsorientierten Therapiemethode Somatische Emotionale Integration (SEI). Auf ihrem YouTube-Kanal und ihren Blogs Traumaheilung.de und Einfachmenschsein.com bietet sie zusätzlich Hilfe an. 

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Auch alte Wunden können heilen

Wie Verletzungen aus der Kindheit unser Leben bestimmen und wie wir uns davon lösen können

By Dami Charf
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Auch alte Wunden können heilen by Dami Charf
Synopsis

Wenn wir von Trauma sprechen, meinen wir meist ein einzelnes, schmerzhaftes Erlebnis, an das wir uns gut erinnern können. Tatsächlich sind jedoch sehr viele Menschen traumatisiert, ohne es auch nur zu ahnen. Sogenannte Entwicklungstraumata entstehen in den ersten Lebensjahren. Dafür reicht es aus, dass unsere Mutter sehr ängstlich war oder wir als Baby im Nebenraum schreien gelassen wurden. In den Blinks zu Auch alte Wunden können heilen (2018) erfährst du, warum diese frühen Verletzungen uns ein Leben lang unglücklich machen können und wie wir sie aufarbeiten. 

Key idea 1 of 9

Stresssituationen in der Kindheit hinterlassen Entwicklungstraumata.

Stell dir vor, du machst einen Waldspaziergang, und plötzlich steht ein Bär vor dir. Auf einen Schlag bist du hellwach, fokussiert und geladen mit Energie. Der Bär ist dir physisch überlegen, also verzichtest du auf einen Kampf und rennst lieber weg. Holt er dich ein, reagiert dein Nervensystem wahrscheinlich mit einer Schockstarre – und rettet dir so das Leben, weil der Bär dich jetzt für tot hält oder übersieht. Diese Schutzmechanismen unseres Körpers sind lebensnotwendig, können aber auch Nachteile haben.

Wenn wir in lebensbedrohliche Situationen geraten, kann neben dem Totstellreflex eine sogenannte Dissoziation eintreten: Unser Geist koppelt sich vom Körper ab, sodass wir unsere Gefühle nicht mehr aktiv erleben müssen. Dissoziation kann uns von schmerzhaften Gefühlen abschirmen, führt aber später nicht selten zu posttraumatischen Symptomen. Das Problem: Hat uns das Abspalten von unseren Gefühlen einmal geholfen, wenden wir es immer wieder an, auch wenn die Situation gar nicht lebensbedrohlich ist.

Ein Schocktrauma, also ein einzelnes, überwältigendes Erlebnis wie die Begegnung mit einem Bären, bleibt uns meist gut im Gedächtnis. Doch es gibt auch traumatische Erlebnisse, an die wir uns nicht erinnern können, sogenannte Entwicklungstraumata.

Dabei handelt es sich um Verletzungen in der frühen Kindheit, die nicht durch ein einzelnes Erlebnis, sondern durch wiederholte Ereignisse ausgelöst werden. Das können vermeintlich harmlose Dinge sein, die wir als Baby jedoch als überwältigend und Stress auslösend erleben, zum Beispiel, wenn wir von klein auf zu wenig Körperkontakt erfahren oder häufig allein schreien gelassen werden.

Auch hier koppeln wir uns von unseren Gefühlen ab und lernen mit der Zeit, die Dissoziation unter Stress immer wieder einzusetzen. Die Stressreaktion wird dadurch jedoch nicht beendet, unser Körper kann die Übererregung nur irgendwann nicht mehr aushalten und wir geben auf. So beginnt ein Teufelskreis, bei dem sich unser Nervensystem in einem ständigen Auf und Ab befindet.

Entwicklungstraumata werden zu einem Teil unserer Persönlichkeit und können schwerwiegende Folgen für unser Leben haben. Spalten wir uns nämlich auch später von unseren Gefühlen und Bedürfnissen ab, vernachlässigen wir sie in der Folge.

Viele von uns schwanken noch als Erwachsene ständig zwischen Über- und Untererregung, sind zum Beispiel tagsüber extrem leistungsfähig und abends völlig ausgebrannt. Wir machen nicht genügend Pausen und merken das erst, wenn wir bereits ein Burn-out entwickelt haben. Wir können uns nicht selbst regulieren. Deshalb greifen viele von uns irgendwann auf Hilfsmittel zurück, die uns beruhigen oder anregen.

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