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Acht Tage im Mai

Die letzte Woche des Dritten Reiches

By Volker Ullrich
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Acht Tage im Mai by Volker Ullrich

Begib dich mit unseren Blinks zu Acht Tage im Mai (2020) auf eine Zeitreise zum Ende des Zweiten Weltkrieges. In den acht Tagen, die zwischen Hitlers Selbstmord und der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands liegen, überschlugen sich die Ereignisse, spielten sich persönliche Dramen ab. Mit kaleidoskopischen Blick schauen wir auf diese Welt und zeichnen ein Stimmungsbild, das von Untergang und Neuanfang erzählt.

  • Alle, die sich für die Geschichte des Zweiten Weltkrieges interessieren
  • Jeder, der mehr über die Gefühlswelt der Menschen in dieser Zeit von Chaos, Verzweiflung und Orientierungslosigkeit erfahren möchte
  • Geschichtsfans, die die Standardfakten kennen und mehr wissen möchten

Der Journalist und Historiker Volker Ullrich leitete fast zwanzig Jahre bei der Wochenzeitung Die Zeit das Ressort „Politisches Buch“ und ist Mitherausgeber des Magazins Zeit Geschichte. Mit seinen historischen Büchern – insbesondere zum Kaiserreich und mit seiner Hitler-Biografie – hat Ullrich Standardwerke zur Geschichte Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert geschrieben. Für seine publizistische Arbeit wurde er mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik und der Ehrendoktorwürde der Friedrich-Schiller-Universität in Jena gewürdigt.

 

Original: Acht Tage im Mai © 2020 C.H.Beck, München

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Acht Tage im Mai

Die letzte Woche des Dritten Reiches

By Volker Ullrich
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Acht Tage im Mai by Volker Ullrich
Synopsis

Begib dich mit unseren Blinks zu Acht Tage im Mai (2020) auf eine Zeitreise zum Ende des Zweiten Weltkrieges. In den acht Tagen, die zwischen Hitlers Selbstmord und der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands liegen, überschlugen sich die Ereignisse, spielten sich persönliche Dramen ab. Mit kaleidoskopischen Blick schauen wir auf diese Welt und zeichnen ein Stimmungsbild, das von Untergang und Neuanfang erzählt.

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Als am 1. Mai Hitlers Selbstmord bekannt wurde, reagierten viele Deutsche nur noch mit Schulterzucken.

Am Abend des ersten Mais herrschte im Reichssender Hamburg Aufruhr. Zwischen den eingespielten Wagner-Opern vermeldete ein Sprecher immer wieder, dass eine wichtige Meldung zu verkünden sei. Dann wurde die Musik abrupt abgebrochen, ein Trommelwirbel erklang, und der Moderator verkündete den Tod Adolf Hitlers. Der Führer sei heute Nachmittag in seinem Befehlsstand in der Reichskanzlei bis zum letzten Atemzuge gegen den Bolschewismus kämpfend für Deutschland gefallen

Damit verbreitete der Sprecher gleich zwei Lügen auf einmal. Nicht nur war der Zeitpunkt falsch, sondern auch die Art und Weise des Todes. Hitler war natürlich nicht im Kampf gefallen, sondern hatte sich das Leben genommen. 

Seine sterblichen Überreste waren zu diesem Zeitpunkt schon längst unter der Erde. Er hatte darauf bestanden, nach seinem Tod unverzüglich verbrannt zu werden. Er wollte nicht wie Mussolini enden, dessen Leichnam kopfüber an einer Tankstelle aufgehangen und zur Schau gestellt worden war. 

Beim Großteil der deutschen Bevölkerung wurde die Nachricht von Hitlers Tod weniger mit Trauer als vielmehr mit Teilnahmslosigkeit aufgenommen. Ein Generalstabsoffizier erinnerte sich, dass er in einem Tiroler Gasthof die Radionachricht von Hitlers Tod gehört hatte. Keine Reaktion. Alle löffelten einfach ihre Suppe weiter. Wäre statt dieser Meldung der Wirt zur Tür hereingekommen und hätte gesagt, ihm sei ein Tier im Stall verendet, die Anteilnahme hätte nicht geringer sein können, so der Offizier. 

Auch in Berliner Luftschutzkellern verhielt es sich ähnlich. Die Musikerin und Schriftstellerin Karla Höcker erinnerte sich, dass der Blockwart mitten in der Nacht in den Keller trat und Hitlers Tod verkündete. Eine Frau entgegnete trocken: Na dann is ja jut, und erntete dafür ein paar verhaltene Lacher. Die meisten Deutschen hatten in diesen Tagen nicht mehr viel für ihren Führer übrig. Nun hatte er sich aus der Verantwortung gezogen.

Gleiches galt für die Wehrmacht, die sich vielerorts aus dem Staub machten, als die Rote Armee näher rückte. In der Hansestadt Demmin in Vorpommern hatte das fatale Folgen. Die Soldaten, die schon längst nicht mehr an den sogenannten Heldentod glaubten, hatten auf ihrem Rückzug Brücken gesprengt und damit den Weg nach Westen abgeschnitten. Nun stauten sich russische Panzer, Lastwagen, Kriegsgeräte und natürlich Soldaten in der Kleinstadt mit ihren 15.000 Bewohnern. Es kam zu Vergeltungsaktionen, Plünderungen und Vergewaltigungen, was schließlich zu einem beispiellosen Massenselbstmord führte. Schätzungsweise 1.000 Demminer nahmen sich in den ersten Maitagen das Leben. 

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