Das sind die Blinks zu

Du bist anders, du bist gut

Gefühlsstarke Kinder beim Großwerden begleiten. Ab 6 Jahren.

Von Nora Imlau
15 Minuten
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Du bist anders, du bist gut von Nora Imlau

In den Blinks zu Du bist anders, du bist gut (2019) erklären wir dir, warum es eine besondere Herausforderung, aber auch ein besonderes Geschenk ist, ein gefühlsstarkes Kind beim Großwerden und durch die Schulzeit zu begleiten. Verzweifelten Eltern von hochemotionalen Kindern machen diese Blinks Mut. Sie erhalten wertvolle Tipps, wie durch eine Balance von Regeln und Freiheiten ein Familienalltag kreiert werden kann, der nicht dem Leben auf einem Pulverfass gleicht. Gleichzeitig lernen sie, einen liebevollen Blick auf ihre Kinder und sich selbst zu kultivieren. 

  • Verzweifelte Eltern von „Drama-Queens“ und „Wutzwergen“
  • Alle, die in ihrem Berufsleben viel mit Kindern arbeiten
  • Erwachsene, die sich und ihre gefühlsstarken Kinder besser verstehen wollen

Mit ihrem Bestseller So viel Freude, so viel Wut (2018) hat Nora Imlau den Begriff vom gefühlsstarken Kind im deutschsprachigen Raum geprägt. Innerhalb kürzester Zeit war die erste Auflage ihres Buches vergriffen. Nun legt die Journalistin und Expertin für Familienthemen nach und konzentriert sich inhaltlich nicht mehr auf die frühen Kindheitsjahre, sondern auf die Schulzeit. Die Mutter von vier Kindern schreibt unter anderem für die Zeitschrift ELTERN und vermittelt in Vorträgen und Workshops ihren bedürfnisorientierten Blick auf Kinder.

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Du bist anders, du bist gut

Gefühlsstarke Kinder beim Großwerden begleiten. Ab 6 Jahren.

Von Nora Imlau
  • Lesedauer: 15 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 9 Kernaussagen
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Du bist anders, du bist gut von Nora Imlau
Worum geht's

In den Blinks zu Du bist anders, du bist gut (2019) erklären wir dir, warum es eine besondere Herausforderung, aber auch ein besonderes Geschenk ist, ein gefühlsstarkes Kind beim Großwerden und durch die Schulzeit zu begleiten. Verzweifelten Eltern von hochemotionalen Kindern machen diese Blinks Mut. Sie erhalten wertvolle Tipps, wie durch eine Balance von Regeln und Freiheiten ein Familienalltag kreiert werden kann, der nicht dem Leben auf einem Pulverfass gleicht. Gleichzeitig lernen sie, einen liebevollen Blick auf ihre Kinder und sich selbst zu kultivieren. 

Kernaussage 1 von 9

Gefühlsstärke verwächst sich nicht einfach, denn sie ist fester Bestandteil des angeborenen Temperaments.

Trotzkopf, Zappelphilipp, Zicke oder Wutzwerg – mit Autorität, Strenge und Härte sollte früher wilden und willensstarken Kindern die störrische Persönlichkeit ausgetrieben werden. Gelang das nicht, waren eindeutig die Eltern an ihren vermeintlich verzogenen Kindern Schuld. Heute wissen wir, dass Kinder einfach mit einem bestimmten Temperament geboren werden. 

Der US-amerikanische Psychologe Jerome Kagan unterscheidet schon im Babyalter drei grundsätzliche Charaktertypen: Die erste Gruppe machen die sogenannten regulationsstarken Babys aus. Sie lassen sich nicht leicht stressen, bewegen sich vergleichsweise wenig und schlafen mehr. Etwa 40 Prozent aller Babys gelten als regulationsstark. Genau so groß ist die zweite Gruppe: die der bindungsstarken Babys. Sie beruhigen sich schnell, wenn eine Bezugsperson bei der Regulation des Stresses hilft und sie sich sicher fühlen können. 

Die übrigen 20 Prozent der Babys werden von Kagan als hochreaktiv beschrieben. Diese dritte Gruppe reagiert sensibel auf äußere Reize, hat ein geringeres Schlafbedürfnis, ist sehr aktiv und schreit signifikant mehr als andere Babys. Aus diesen Babys entwickeln sich häufig gefühlsstarke Kinder. Die US-amerikanische Pädagogin Mary Sheedy Kurcinka geht davon aus, dass etwa jedes siebte Kind gefühlsstark ist.

Fragst du dich, ob dein Kind zu dieser Gruppe gehört? Kann man Gefühlsstärke diagnostizieren? Nein. Es handelt sich bei Gefühlsstärke nicht um eine Krankheit und es gibt keinen eindeutigen Gefühlsstärke-Test. Es gibt aber Eigenschaften, die ganz typisch für gefühlsstarke Kinder sind: Sie erleben Gefühle intensiv, sind impulsiv, willensstark und überdurchschnittlich sensibel. Sie nehmen Sinnesreize besonders intensiv wahr und fühlen sich von diesen schnell überfordert, haben besonders viel Energie und brauchen weniger Schlaf als ihre Altersgenossen. Veränderungen fallen ihnen schwer und sie sind oft sehr nachdenklich. Kurz gesagt: Sie kennen von Gefühlen scheinbar nur die Maximalvariante – absolute Euphorie, tiefste Trauer, heftigste Wut.

Während für andere Eltern ruhigere Zeiten anbrechen, ist gerade das Alter ab dem fünften Lebensjahr für Eltern gefühlsstarker Kinder besonders schwer – der jahrelange Dauerstress nagt mittlerweile an der Substanz. Die Hoffnung, dass alles nur eine Phase ist, schwindet mit Rückmeldungen von Wutausbrüchen im Sportverein und Verweigerungshaltung in der Schule. Auch das Verständnis des Umfelds verebbt. Eltern, die früher noch zu hören bekamen, dass sich die anstrengenden Eigenheiten ihres Kindes bestimmt verwachsen werden, realisieren: Nein, es wird nicht leichter, nur anders schwer. Gefühlsstarke Kinder realisieren nun, dass sie etwas von ihren Altersgenossen unterscheidet und leiden häufig darunter. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, dass die Eltern die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes eng begleiten und vermitteln: „Du bist anders, du bist gut“.

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