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Schnelles Denken, langsames Denken

Die Fehleranfälligkeit unseres Gehirns und wie wir richtige Entscheidungen fällen

By Daniel Kahneman
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Schnelles Denken, langsames Denken by Daniel Kahneman
Synopsis

Schnelles Denken, langsames Denken (2012) rekapituliert das wissenschaftliche Lebenswerk des Psychologen Daniel Kahneman. Seine Arbeit hat unser Verständnis vom menschlichen Gehirn nachhaltig geprägt: Ihretwegen verstehen wir heute besser, warum wir uns so häufig irren und worauf wir bei unserer Entscheidungsfindung achten sollten.

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Schnelles und langsames Denken

Wir beginnen mit einem kleinen Rätsel. Versuche einmal, das folgende Problem zu lösen: Ein Schläger und ein Ball kosten zusammen 1,10 Euro. Der Schläger kostet einen Euro mehr als der Ball. Wie viel kostet der Ball?

Welche Antwort kommt dir als Erstes in den Sinn?

Viele Menschen antworten „10 Cent“. Wenn auch du diese Antwort gegeben haben solltest, müssen wir dich enttäuschen: Diese Antwort ist falsch. Wer sich die Zeit nimmt, das Problem durchzurechnen, kommt zum richtigen Ergebnis: Der Schläger kostet 1,05 Euro, und der Ball kostet 5 Cent.

In diesem Denkprozess hast du gerade die beiden Systeme deines Gehirns kennengelernt: Für die erste Antwort „10 Cent“ war das intuitiv und automatisch funktionierende System 1 verantwortlich. Erst im zweiten Durchgang, als du noch mal genauer nachgedacht hast, hast du dein System 2 aktiviert. Das System 2 ist analytisch, bewusst und rational. Das Zusammenspiel der beiden Systeme bestimmt unsere Denkweise, die Urteile und Entscheidungen, die wir fällen, und somit auch unser Handeln. Schauen wir uns die beiden Systeme genauer an. 

System 1, das automatische System, arbeitet schnell – und häufig ohne unsere bewusste Steuerung. Wenn du zum Beispiel unerwartet ein lautes Geräusch wahrnimmst, kommt dein System 1 zum Zug. Und das führt dazu, dass sich deine Aufmerksamkeit sofort und automatisch auf die Geräuschquelle richtet. 

Das System 1 ist ein Vermächtnis der Evolution: Es verschaffte uns in der Vergangenheit Überlebensvorteile, weil es uns zu raschem Urteilen und Handeln befähigte – gewissermaßen wie ein Autopilot. Wenn unsere Vorfahren beispielsweise ein lautes Brüllen vernahmen, mussten sie blitzschnell reagieren und vor dem Säbelzahntiger davonrennen. Zeit nachzudenken blieb da nicht. 

Doch die hohe Reaktionsgeschwindigkeit, die mit System 1 einhergeht, hat auch Nachteile: Dieses System gaukelt uns nämlich gerne mal kausale Zusammenhänge vor, wo es gar keine gibt. Seine Stärke sind Gefühle, nicht Statistik.

Ganz anders System 2. Dieses System kommt zum Einsatz, wenn wir reflektieren und wenn wir unsere Aufmerksamkeit ganz bewusst auf etwas richten. Es steht für Selbstkontrolle und wohlüberlegte Entscheidungen. Wenn du eine bestimmte Person in einer Menschenmenge finden willst, kannst du dich auf dein System 2 verlassen: Es blendet Störfaktoren aus und hilft dir, fokussiert auf bestimmte Merkmale zu achten.

Und aus diesem Wechselspiel zwischen dem intuitiven System 1 und dem rationalen System 2 ergibt sich das menschliche Verhalten.

Wie genau dieses Wechselspiel abläuft und was dabei schiefgehen kann, erfährst du in den folgenden Blinks. Die beiden Systeme sind übrigens nicht in einem bestimmten Bereich des Gehirns verortet. Kahneman und andere Psychologen benutzen die Begriffe vielmehr, um anschaulich zu erklären, wie Denkprozesse funktionieren.

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